Wasser

 

Die Gemeinde Neunforn* versorgt sich durch ein eigenes Trinkwassersystem, das keine Verbindung zu anderen regionalen Wasserversorgungen aufweist. Sie verfügt über drei unabhängige Bezugsorte, je ein Pumpwerk in Oberneunforn (Riet) und eines in Niederneunforn (Inseli) sowie eine Quelle in Nussbaumen. Hauptbezugsquelle ist in der Regel das Pumpwerk im Riet, die anderen Förderanlagen tragen zu einer sicheren Versorgung bei. Die Gemeinde verfügt über genügend und qualitativ gutes Wasser auch in kritischen Situationen.

*) Ausgenommen Wilen, das an die Wasserversorgung Schafferetsbuck angeschlossen ist.

 

Wasserpreise

Grundgebühr pro Zähler Fr. 20.–/Jahr
Mengengebühr Fr. 1.-/m3 Wasserbezug
Bauwasser 0.5 o/oo der Bausumme

 

Wasserhärte

Die Wasserversorgung hat durch die 3 Wasserbezugsorte ein „Mischwasser“. Der Härtegrad schwankt von 24 bis 42 franz. Härtegraden.

Bericht zur Wasserversorgung / Trockenheit 2018
Information Trinkwasserqualität 2018
Information Trinkwasserqualität 2017
Information Trinkwasserqualität 2016

Information zum Thema Pestizid und Trinkwasser

Mit der Schlagzeile „Krebserregende Stoffe im Trinkwasser“ hat vor kurzem die „Thurgauer Zeitung“ aufgeschreckt. Es ging dabei um eine Wasserver-sorgung im Aach-Thurland, und es handelte sich um die zugespitzte Deu-tung eines inzwischen bekannten Sachverhalts: Schon im vergangenen September berichteten diverse Zürcher Zeitungen unter ähnlich alarmieren-den Schlagzeilen über Pestizidrückstände im Trinkwasser diverser Gemein-den im Kanton. Da es sich um ein sehr wichtiges Thema handelt, hat sich auch die Gemeinde Neunforn intensiv damit beschäftigt. Drei Fragen waren zu klären:

1. Wie ist der Sachverhalt einzuschätzen?
2. Was zeigen die Untersuchungen in unserer Wasserversorgung?
3. Was können wir tun, wenn negative Befunde auftreten?

Beim möglicherweise als Gesundheitrisiko eingestuften Stoff handelt es sich um eine Substanz namens Chlorothalonil-Sulfonsäure. Sie ist ein Zer-fallsprodukt (Metabolit) des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil. Während dieses selbst rasch zerfällt, baut sich das genannte Zerfallsprodukt nur langsam ab. Chlorothalonil wird seit den siebziger Jahren eingesetzt, die Umweltbelastung durch seinen Metaboliten ist somit keineswegs neu. Neu ist die Methode, die es erlaubt, die Substanz in geringsten Mengen nach-zuweisen. Eine schädigende Wirkung ist nicht belegt, die Harmlosigkeit aber auch nicht. Die Festlegung des tiefen Grenzwerts von 0.1 Mikrogramm pro Liter ist somit eine Vorsichtsmassnahme. Eine unmittelbare Bedrohung durch Chlorothalonil-Sulfonsäure ist nicht gegeben. Aber selbstverständlich ist es auch richtig, Massnahmen zu fordern, die das Trinkwasser vor chemi-schen oder biologischen Fremdstoffen möglichst freihalten.

Die letzte Amtliche Kontrolle der Pflanzenschutzchemie im Wasser ist bei uns am 28. Mai 2019 durchgeführt worden. Gesucht wurde auch nach dem neu als „relevant“ eingestuften Chlorothalonil-Metaboliten. Dieser ist im Wasser von der Quelle Rossbuck und dem Grundwasser Riet um einen Faktor 5 beziehungsweise 10 geringer als der jetzt geltende, sehr tiefe Grenzwert, der Massnahmen erfordern würde. Unser Trinkwasser erfüllte im Übrigen 2019 auch bei allen regulären periodischen Stichproben aus-nahmslos die strengen lebensmittelrechtlichen Anforderungen.

Betroffene Wasserversorgungen haben zwei Möglichkeiten zu reagieren. Entweder man verzichtet auf das beanstandete Wasser, oder es wird in ei-nem Verhältnis mit anderem so gemischt, dass der Grenzwert nicht mehr überschritten wird. Entscheidend ist nämlich der Wert, der im Reservoir be-ziehungsweise am Wasserhahn gemessen wird. Unser Trinkwasser stammt zu rund 60 % aus dem Grundwasser im Riet, 30 % von der Quelle in Nuss-baumen, und gerade 10 % unseres Trinkwassers kommen vom Grundwas-serstrom der Thur. Während die Quelle naturgemäss kein Angebot an fle-xiblen Reserven hat, sind die Pumpwerke nicht ausgelastet, so dass das Mischverhältnis flexibel ist.

Unsere Wasserversorgung verfügt somit über ein gutes Potenzial, um auf eine allfällige zukünftige Grenzwert-Überschreitung reagieren zu können. Besser ist natürlich allemal, es nicht so weit kommen zu lassen, dass davon Gebrauch gemacht werden muss. Die Lebensquelle Wasser verdient die allergrösste Sorgfalt. Dass der Einsatz von Pestiziden auf der Agenda von Politik und Forschung steht, ist zu begrüssen.

Die Landwirtschaft ist sich des Problems bewusst und richtet den Fokus auf eine Reduktion des Einsatzes von Pestiziden bzw. den Einsatz der gefährli-chen Mittel. Auch wenn die Schutzzonen der Wasserfassungen im Land-wirtschaftsgebiet liegen, ist auch von den Gartenbesitzern zu fordern, dass sie sehr zurückhaltend mit Pestiziden umgehen oder am besten auf deren Einsatz verzichten.

Geschichte

Anfang 1902 wurde erstmals protokollarisch ein Wasserversorgungsprojekt für Oberneunforn erwähnt. Dem Talmühlebesitzer in Oberstammheim wird das Quellrecht in Nussbaumen abgekauft. Am 27. Februar 1903 erfolgte die Gründung der Wasserversorgungs – Korporation. Es wird mit der Fassung der Quellen Rossbuck begonnen und ein Jahr später mit den Verteilleitungen sowie dem Reservoir auf dem Hochberg. Die Bauschuld konnte bis 1920 zum grossen Teil zurückbezahlt werden.

Im Jahre 1944 wurde die Grundwasserfassung Riet erstellt. Sie dient noch heute zur hauptsächlichen Deckung des Wasserverbrauches. Ende der 50-er Jahre wurden der Fahrhof sowie der Mönchhof an die Wasserversorgung angeschlossen. In den nächsten Jahren erfolgte die Erweiterung der Anlage mit den Leitungen „Funken“ sowie den Siedlungen „Bollinger“ und „Pfaffhauser“. 1974 wird die Korporation aufgelöst und das Ganze der damaligen Ortsgemeinde übergeben. Ab 1989 wurden dann systematisch die fast 100-jährigen Leitungen ersetzt. Am 1. November 1999 wurden die beiden Wasserversorgungen der Dörfer Oberneunforn und Niederneunforn zur Wasserversorgung der PG Neunforn zusammengeschlossen.

Alle drei Wasserbezugsorte sind mit einer rechtskräftigen Schutzzone versehen. Die Schutzzonen wurden in den Jahren 1992 (PW Inseli und PW Riet) und 2001 (Quellen in Nussbaumen) erstellt.

Notfallnummer im Störungsfall
ausserhalb der Bürozeiten

Sandro Burri
Tel. 079 306 99 14